szmmctag

  • Buchrezension: Bedrohung von Simon Kernick

    Servus liebe Leseratten,

    wer sich gern schnell und flüssig unterhalten lässt, für den habe ich vielleicht den passenden Buchtipp:

    Bedrohung von Simon Kernick

    "Bedrohung" ist ein durchschnittlich spannender Krimi, den man sich verfilmt im Hauptabendprogramm auf VOX oder Kabel 1 vorstellen kann: viele Explosionen, wenig Zeit zum Nachdenken und eine aufgewärmte Romanze - oder zwei.

    Im Vordergrund der Geschichte steht eine Anschlagsserie in London, die von den Detectives Bolt und Boyd aufgeklärt werden soll. Fast die gesamte Handlung findet innerhalb von 12 Stunden statt - exakt die Zeit, die der Polizei von den unbekannten Terroristen eingeräumt wurde. Die Story selbst ist flüssig erzählt, darf aber zu keiner Zeit hinterfragt werden. So meint der ermittelnde Detective Bolt zunächst: "...selbst wenn es ihm gelänge, Cain... zu identifizieren, brachte ihn das nicht wirklich weiter", um ( zwei Seiten später) im selben Gespräch zu sagen: "Das Wichtigste ist, Cain zu identifizieren." Wenn das kein überzeugender Grund ist, einen alten Freund in den sicheren Tod zu schicken.

    Mir ist auch nicht klar, wozu man "Ohren wie ein Falke" braucht, oder wieso die Gangster einen "Volvo C60" fahren, den man nicht kaufen kann, weil er (bis heute) nicht gebaut wurde. Kampfszenen gibt es haufenweise, aber auch hier sollte man schnell weiterlesen und nicht zu lange nachdenken. Besonders erwähnenswert ist das Gemetzel zwischen zwei 2 Popelgangstern und 12 Jungs einer Polizeieskorte. Lektorat und Übersetzung sind durchschnittlich und passen damit gut zur Story.

    Fazit: Wer eine leicht zu lesende, schnelle Story sucht, könnte mit diesem Buch viel Freude haben. Wer hingegen auf das Vorwort reinfällt und sich einen smarten Thriller mit guter Recherche und Insiderwissen (Terrorbekämpfung, Spezialeinheiten der britischen Polizei etc.) erhofft, erwartet von diesem Ballabumm-Krachkawumm-Spektakel à la RTL-Autobahnpolizei leider deutlich zu viel.

    lg
    albert
    (dem die Story zu seicht war)

  • Schmerzen wie damals

    Servus liebe Leseratten,

    diesen Eintrag widme ich all jenen, die bei schönstem Wetter gemütlich in ihren Büros sitzen mussten, während ich den schmerzlichen Erinnerungen meiner Jugend gefolgt bin.

    Es muss ungefähr 26 Jahre her sein, da habe ich nach einer wirklich umfassenden Fahrradtour (auf der Couch liegend) meinen ganz persönlichen Text zu Cats' "Memory" gewinselt: "Schmeeer-zen - ich hab überall Schmeeeer-zen..."

    Man sagt ja, dass Erinnerungen (selbst die schlimmen) mit der Zeit verblassen. Damit das nicht passiert, habe ich mich gestern aufgemacht, meine Tat von damals zu wiederholen: Mit dem Fahrrad - ohne Wasser - einmal um den Lainzer Tiergarten. Und ich meine nicht den lustigen Rad-Wanderweg der Stadt Wien, ich meine die Hardcore-Tour direkt an der Außenmauer entlang - die vollen 33km - so dicht wie möglich an der Mauer.

    Tja, was soll ich sagen, die Jahre sind spurlos an mir vorübergegangen.

    Am Weg übrigens nicht, der ist mittlerweile nämlich von lustigen Brombeersträuchern überwuchert. Scheinbar ist es heute nicht mehr so angesagt wie damals, den Tiergarten zu umrunden.

    Zum Glück hatte ich eine kurze Hose an, da konnten mir die Brombeerranken mit ihren dolchscharfen Dornen nicht die Hosenbeine zerreißen.

    Ich habe zwar keine Ahnung, wie viele Höhenkilometer ich auf der Strecke absolvieren musste, aber eines muss man der Natur lassen: Nach jedem qualvollen Anstieg gab es auch eine nette Aussicht (die ich nutzen konnte, um meinen Puls wieder zurück in den dreistelligen Bereich zu bekommen).

    Es mag auf den Fotos nicht so rüberkommen, aber das waren zum Teil Steigungen, für die ist andernorts Kletterausrüstung vorgeschrieben. Da war ich echt froh über jedes Stück Ebene.

    Und dazwischen immer wieder ein schöner Ausblick:

    Natürlich geht es auch immer wieder mal bergab, allerdings habe ich aus (mir unverständlichen Gründen) selten das Bedürfnis verspürt, an jenen Stellen zu halten. So gibt's vorrangig nur Bergauffotos.

    Außerdem ging es mitunter so steil bergab, dass die Steigung - laut Ansicht der Gemeinde Wien - nur mit einer Treppe zu bewältigen war. (Da ist man als Fahrradfahrer dann besonders dankbar.) Wer bei diesem Foto an die Chinesische Mauer denkt, liegt gar nicht so falsch.

    Ist euch eigentlich auch aufgefallen, wie viel es in den letzten Tagen geregnet hat? Man verdrängt sowas, sobald mal ein paar Stunden die Sonne scheint, aber wenn man dann in ein nordseitiges Mauertal kommt...

    Definitiv neu im Vergleich zur Erstumrundung vor 26 Jahren ist die Nähe zur Westautobahn:

    Es sieht auf den ersten Blick verlockend aus, sich parallel zur Autobahn im saftigen Grün zu bewegen, aber das schied aus zwei Gründen aus. Erstens war die Wiese extrem sumpfig, und zweitens wollte ich um nichts auf der Welt zum Inhalt der Verkehrsnachrichten werden: Achtung Autofahrer! Auf der Westautobahn irrt im Bereich Auhof ein offensichtlich verwirrter Radfahrer...

    Außerdem - wir erinnern uns - wollte ich möglichst dicht an der Mauer bleiben. Und dort sah es so aus:

    Nicht, dass jetzt einer denkt, ich hätte da nur lustig ein Foto gemacht, und wäre den Rest des Weges auf der Autobahn gefahren. Nein, ich habe mich tatsächlich Meter für Meter durchs Gestrüpp gekämpft. Dabei habe ich übrigens immer an die Elche in Schweden denken müssen, die mit ihren Geweihen ähnlich schlecht vorankommen wie ich mit dem Fahrrad.

    Ich glaube, wir können ausschließen, dass sich jemals ein Mitarbeiter der Stadt Wien hierher verirrt, um den Zustand der Tiergartenmauer zu überprüfen. Umso wichtiger erscheint es mir, auf ein paar Schwachstellen im Altbestand hinzuweisen:

    Sollen euch die Fotos verwackelt vorkommen, so könnte das auch am Nachlassen meiner Kräfte liegen (= Zittern), denn diese Aufnahme markiert quasi die Halbzeit meiner Tour.

    Manch einer mag sich beim nächsten Bild denken: O mein Gott, wie schlimm kann es noch werden! Aber aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass so ein wenig Abwechslung nach zwei Stunden Unterholzkampf nicht wirklich stört.

    Auf der anderen Seite der Böschung begann dann auch schon die nächste Sumpfzone. Bei dieser Gelegenheit musste ich auch lernen, dass Brombeerhecken im Sumpfgebiet stärker sind als mein T-Shirt (dazu gibt es dann später noch ein Foto).

    Irgendwo hier hat das Gebüsch auch meine Fahrradlampe gefressen. Ich habe diesen Moment der emotionalen Schwäche genutzt, um schreiend aus dem Unterholz zu brechen und festgestellt, dass dieser Ort eine schlechte Aura haben muss. Verglichen mit dem, was anderen hier passiert sein dürfte (und ich meine jetzt nicht die zahlreichen alten Schuhe im Gebüsch)...

    Etwa eine halbe Stunde später entdeckte ich das persönliche Highlight meiner Tour: dieses Plakat:

    Ich meine, man muss sich das vorstellen. Da gibt es 1,7 Millionen Gehirne in dieser Stadt, und nur ein einziges kommt auf die Idee, diese sensationelle Umrundung zu machen - eigentlich ein Armutszeugnis für die Gehirne dieser Stadt.

    Irgendwann war dann der Punkt erreicht, an dem jeder zusätzliche Meter eine weitere Stunde gekostet hätte - ungefähr hier:

    In diesem Moment lohnte es sich doppelt, dass ich mir gern die Survival-Sendungen von Bear Grylls und Cody Lundin ansehe. Von diesen Überlebensexperten weiß ich nämlich, dass man sich in solchen Situationen erstmal einen Überblick verschaffen muss:

    Mein Fahrrad wirkte noch etwas unentschlossen und nicht ganz so überzeugt von der Idee... Also habe ich damit gedroht, auf der Mauer weiterzugehen und es im Busch zurückzulassen.

    Duuuuuu... Ich geh allein weiter! (Den Trick hab ich aus alten Western, wenn die Cowboys ihre Pferde zu Höchstleistungen antreiben.)

    Hat keine Minute gedauert, und es ist mir gefolgt. :>>

    Erinnert ihr euch noch an das Schild mit den 1,7 Mio. Gehirnen? Wie lange mag das jetzt her sein? fragte ich mich just zu dem Zeitpunkt, als ich endlich aus dem Dickicht brach und mir einen Überblick verschaffen konnte.

    Körperlich war ich an dieser Stelle schon einigermaßen gezeichnet. Ich meine, es kommt auf jeder besseren Tour irgendwann der Punkt, an dem Körper und Geist sich aufspalten. Körper links - Geist rechts, oder Körper unten - Geist oben. Ab diesem Moment ist es einem quasi egal, dass ein Stück der rechten Wade noch immer in der Brombeerhecke hängt, die man vor gefühlten 6 Wochen durchquert hat.

    Als ich mein Fahrrad dann endlich wieder als solches benutzen konnte, staunte ich nicht schlecht. Da war eine rieeeeeeeeeesige Halle - voll mit weißem Zeug! Zuerst dachte ich, ich bin zu weit nördlich gekommen. Der zweite Gedanke war Quatsch! Hier lagern sie den Schnee für den Winter ein.

    Nachdem ich mir sicher war, wieder auf dem richtigen Weg zu sein, kam ich an richtig schönen Plätzen vorbei:

    Aber auch hier lauerte der sichere Tod an jeder Ecke:

    Für mich begann das lange Sterben mit diesem unscheinbaren Waldweg. Noch kann man die Steigung nicht erahnen.

    Ich gebe zu, auf diesem Foto sieht der Anstieg schon fast lächerlich harmlos aus.

    Zu meiner Verteidigung sei aber gesagt, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon massiv unter Flüssigkeitsmangel gelitten habe. Ich bin alle zehn Meter stehengeblieben (offiziell nur, um ein Foto zu machen). Interessanterweise habe ich aber von den nächsten zwei Stunden nur ein einziges!!! Foto auf meinem Handy gefunden. Ich muss entweder an Wahnvorstellungen gelitten haben, oder mein Finger war zu schwach für den Auslöser. :crazy: Dieses Rätsel wird mich wohl noch länger begleiten.

    Das nächste Foto (das ich tatsächlich habe) zeigt schon die Rückseite des Felsmassivs - es geht bergab!

    Und wieder ein schöner Aussichtspunkt. Diesmal schon mit Blick auf die Heimat (die Häuser links im Bild):

    Körperlich war ich längst am Ende, aber für ein erschöpftes Siegerlächeln hat es noch irgendwie gereicht:

    Blöderweise war das reichlich verfrüht, denn wie sich herausgestellt hat, war ich noch gar nicht so weit, wie ich dachte.

    Es ging also zurück in den Wald, vorbei an... was auch immer!!!

    Immer brav an der Mauer entlang.

    ...durch Wälder

    ... über Wiesen

    ... und Felder

    Wälder hatten wir schon - oder?

    Als ich es dann doch noch nach Hause geschafft hatte, reichte die Energie nicht mehr aus für ein Siegerlächeln. Ich habe aber (nur, weil ich es oben im Text versprochen habe), nicht auf mein zerstörtes T-Shirt vergessen. Danke Brombeerhecke, danke Gatsch, danke Natur!

    Ich kann nicht behaupten, dass es riesigen Spaß gemacht hätte, aber diese Tour hat definitiv mein Bewusstsein erweitert. Und glaubt es oder nicht - ich habe Schmerzen wie damals!

    lg
    albert
    (der schon ziemlich genau weiß, was er in 26 Jahren machen wird)

  • Buchrezension: Das Camp von Nick Cutter

    Servus liebe Lesratten,

    wer seinem Leben etwas Horror gönnen möchte, für den habe ich vielleicht das passende Buch gefunden...

    Das Camp von Nick Cutter

    Eine kleine Pfadfindergruppe ist mit ihrem Leiter auf einer Insel, um eine Prüfung abzulegen. In der Nacht taucht ein abgemagerter Fremder auf, dessen Hunger seinesgleichen sucht. Rasch wird klar, dass der Mann ein ernsthaftes Gesundheitsproblem hat, und damit soll er nicht der Einzige bleiben. Verkürzt gesagt: Wem der Magen knurrt, der hat auf dieser Insel ein echtes Problem.

    Im Vorwort des Buchs wird erwähnt, dass Nick Cutter das Pseudonym eines preisgekrönten Kurzgeschichtenautors sein soll. Man merkt, dass es nicht seine erste Geschichte ist, und das ist durchaus als Kompliment gemeint. Ein wenig irritiert hat mich der Aufbau seiner Story, die immer wieder durch Zeitungsmeldungen, Verhörprotokolle und ähnliches unterbrochen bzw. ergänzt wird. Im Nachwort ist zu lesen, dass er dieses Stilmittel bei Stephen King "geklaut" hat. Ich will nicht behaupten, dass diese Einschübe das Buch besser machen, aber sie sind zumindest originell und stören nicht. Was die Schilderungen der Grausamkeiten betrifft, hätte gern ein wenig mehr der Leserfantasie überlassen werden können. Noch mehr Details würde ich meinem Magen nicht zumuten wollen. Aber das ist selbstverständlich reine Geschmacksfrage.

    Sprachlich hat mich die Story positiv überrascht, und stellenweise hatte sie für einen Horror-Thriller sogar richtig Tiefgang. Vor allem die Beziehungen der Jugendlichen zueinander bzw. deren Veränderungen (das Hervorbrechen guter und böser Eigenschaften durch die Extremsituation) werden anschaulich beschrieben. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor eine (teil-)wissenschaftliche Erklärung für das Grauen auf der Insel angedacht hat.

    Fazit: Verglichen mit so manchem Mist, den ich von reinen Horror-Verlagen gekauft habe, verdient "Das Camp" durchaus eine Empfehlung. Man sollte allerdings einen starken Magen mit auf die Insel bringen - und keinesfalls Hunger.

    lg
    albert
    (der sich dem nächsten Buch auf dem Stapel widmen wird)

  • Buchrezension: Meeresdonner von Justin Scott

    Servus liebe Leseratten,

    wieder habe ich Zeit gefunden, einen Isaac-Bell-Roman zu lesen, aber leider kommt er nicht mehr in die (aufregende) Nähe der früheren Bücher.

    Meeresdonner von Justin Scott

    Vielleicht liegt es daran, dass ich bisher alle Bücher aus der Isaac-Bell-Reihe gelesen habe, aber umgehauen hat mich „Meeresdonner“ nicht. Im Grunde ist es nur ein Abklatsch der bisherigen Geschichten rund um den legendären Detektiv der Van-Dorn-Detektei. Alles folgt weitgehend demselben Schema wie die Vorgängerromane: Ein paar wichtige Agenten werden verletzt, unwichtige sterben, der geheimnisvolle Bösewicht schlüpft von einer Scheinidentität in die nächste, und am Ende liegen Isaac und Marion einander glücklich in den Armen.

    Einziger erwähnenswerter Unterschied zu den bisherigen Geschichten ist, dass diesmal die Filmbranche (Anfänge des Tonfilms) im Vordergrund steht. Auch in Meeresdonner gibt es wieder eine Menge historischer Details, die aber insgesamt nicht so stimmig eingestreut werden wie in den früheren Büchern. Während Isaac Bell versucht, einen Professor und dessen geheime Erfindung zu schützen, setzt das Deutsche Kaiserreich alles daran, diese Erfindung nach Deutschland zu holen.

    Fazit: Leider ist die Luft aus Isaac Bell raus. Die Story ist durchschnittlich, die Übersetzung auch. Bleibt zu hoffen, dass der Autor beim nächsten Band mehr Mut für Neues beweist und nicht noch einen Aufguss nach altem Rezept wagt. Mein Tipp für Neuleser: Lieber einen der früheren Romane von Justin Scott lesen. Die waren wirklich gut.

    lg
    albert
    (der sich eine neue Story wünscht)

  • Vorbereitungen für die neuen Buchverpackungen

    Servus liebe Leseratten,

    da schaut man kurz mal auf den Kalender und stellt fest, dass es ja schon wieder Herbst ist. Zeit, das neue Buch in den Geburtskanal zu lenken. Was mich ganz besonders freut, ist die Tatsache, dass es Zwillinge werden (zweieiige). Eine so packende Story über erneuerbare Energien und Elektroautos lässt sich eben nicht auf lächerlichen 500 Seiten erzählen. :>>

    Noch ist es zwar zu früh für Glückwunschkarten zum Nachwuchs, aber die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

    Nach der super ökologischen Knallerverpackung von MUMMY ISLAND muss ich mir natürlich besonders viel Mühe geben, dass der neue Doppelband SACER SANGUIS AMPERE und SACER SANGUIS VOLTAGE nicht als optischer Rückschritt empfunden wird. Ihr könnt mir glauben, dass ich jede Menge Zeit, Kreativität und natürlich auch Geld in eine gelungene Präsentation und Verpackung investiere.

    Um euch einen kurzen Einblick zu geben: Das ist der "Schnittcomputer", den ich entworfen und auch selbst gezimmert habe, um die benötigten Buchverpackungen in ausreichender Menge (und vertretbarer Zeit) herstellen zu können:

    Die Stoffballen, die auf der einen Seite verarbeitet werden, kommen auf der anderen Seite als handliche Stücke wieder heraus:

    Um euch noch eine Vorstellung davon zu geben, wie viel Vorarbeit ich in die Verpackung stecke, erinnere ich daran, dass ich 1,93cm groß bin. ;D

    lg
    albert
    (der mit SSA und SSV einen weiteren Meilenstein in Sachen ökologischer Buchverpackung setzen wird)

  • 15000

    Servus liebe Leseratten,

    am Freitag habe ich Buch Nummer 15000 verkauft. :yes:

    Ich hätte gern schon früher berichtet, aber Viktor war so nett, das Ereignis für euch zu filmen (für den Schnitt war erst übers Wochenende Zeit).

    Jetzt aber seid ihr quasi live dabei, wenn Buch Nummer 15.000 den Besitzer wechselt. Mich freut es natürlich besonders, dass ausgerechnet eine Leseanfängerin... aber seht selbst: :>>

    HIER KLICKEN - ZUM VIDEO

    lg
    albert
    (der sich sehr über diesen Meilenstein freut)

  • Er ist mir zugelaufen

    Servus liebe Leseratten,

    der Kleine ist mir zugelaufen. Ich schwör's!

    Wobei...

    ...so klein ist er gar nicht:

    Dank Wikidingsbums weiß ich nun, dass es sich um ein Wiener Nachtpfauenauge handelt. Klar, der Kleine ist mir ja auch vor der Haustür zugelaufen, und mit seinen knuffigen Stummelbeinchen hätte er es wohl kaum zu Lebzeiten aus Hannover oder Malmö hierher geschafft.

    So wie es aussieht, wird er sich heute Nacht noch verpuppen, und dann bis zum nächsten Frühling durchmützen. Meinen Segen hat er jedenfalls und ein warmes Dach über dem Kopf auch, weil er darf bleiben.

    lg
    albert
    (der zuerst dachte, eine außerirdische Spezies will Kontakt aufnehmen)

  • Lipizzaner sind nicht weiß

    Servus liebe Leseratten,

    gestern waren der Bär und ich voll sportlich. Nicht, dass ich nicht immer sportlich wäre, aber gestern... hui!

    Mit dem Fahrrad sind wir in die innerste Stadt gefahren - bis zum Burggarten. Genau genommen sogar mitten rein in den Burggarten, aber nur, weil ich nicht wusste, dass man da drin nicht Fahrrad fahren darf. |-|

    Also habe ich das letzte Stück bis zu den Lipizzanern geschoben. Wer die Lipis nicht kennt, das sind Pferde - gemeinhin auch als Schimmel bezeichnet, weil sie weiß sind.

    Sind sie aber gar nicht. Und das liegt nicht etwa daran, dass sie sich ständig im Gatsch wälzen, sondern weil alle Leute, die behaupten, dass diese Pferde weiß wären, keine Ahnung von Farben haben.

    Beweisfoto:

    Manch einer mag sich jetzt fragen, was die teuren und exklusiven Tierchen ausgerechnet im Burggarten machen.
    Sie hüpfen rum.

    Im Hintergrund sieht man deutlich, dass die größeren (weil älteren) Tiere nicht mehr ganz so dunkel sind. Oder anders gesagt, je älter die Ponys werden, desto heller werden sie.
    jung = schwarz, alt = grau. Kommt mir erschreckend bekannt vor.

    Auf dem nächsten Foto wird der Vergleich besonders deutlich. Wir sehen den kleinen St. Vincence-Eberhard mit seiner Mama Gräfin Consensuela, freudige von Castallonsky und zu Habichmirnichtgemerkt.

    Nein, das ist kein Witz. Die Tierchen haben wirklich so merkwürdige Namen. Der Oberförster dort (der aufgepasst hat, dass keiner der Besucher eines von den Ponys klaut), hat sich sogar damit gebrüstet, die Namen der Vorfahren aller anwesenden Tiere zu kennen. Und er hat nicht nur Mamapferd und Papapferd gemeint, sondern auch Oma, Uroma und noch rund 20 Generationen davor.

    Weil eine alte Frau (der wohl ziemlich langweilig war) ihn (den Oberförster) herausgefordert hat, hat der Mann es sich nicht nehmen lassen, alle 643 Namen aufzuzählen. :lalala:
    Boah, ich sag euch, das hat sich in meinen Ohren angehört wie Klingonisch. Wenn ihr mich fragt, wollte er damit nur davon ablenken, dass die Lipizzaner gar nicht weiß sind - kein einziges von den Tierchen. Im Alter werden sie grau, hellgrau, besonders hellgrau, noch heller, und dann sind sie tot.

    Aber weiß werden sie nie!

    lg
    albert
    (der auch nicht rumläuft und behauptet, er hätte ein weißes Auto)

  • Buchrezension: Die Verdammten von Brett McBean

    Servus liebe Leseratten,

    sieht so aus, als hätte ich im Moment kein Glück mit meiner Lektüre. Gestern eine neues Buch begonnen, und heute schon mehr als genug davon. Falls jemand Lust darauf hat - ich verschenke es!

    Die Verdammten von Brett McBean

    Zumindest grammatikalisch beginnt die Endzeit schon bei der Überschrift. Beeindruckend, da sie nur aus drei simplen Worten besteht. Aber gut, da weiß der Käufer gleich, dass er für den Preis kein Lektorat erwarten darf. Ich vermute mal, es hätte "Kämpf oder stirb" heißen sollen.

    Was für mich zum Zeitpunkt der (Vor-)Bestellung nicht ersichtlich war, ist, dass es sich um drei Geschichten / Teile handelt, die in einem Buch zusammengefasst wurden. Der Autor war mir nicht bekannt, der Klappentext klang spannend, also habe ich bestellt und nun endlich auch Zeit zum Lesen gefunden.

    Im ersten Teil wird die Situation von einer Handvoll Leuten geschildert, die in einer riesigen Tiefgarage (mit mehreren Parkdecks) eingeschlossen werden, weil unvermutet Bäume durch den Boden brechen und Richtung Himmel schießen. Schrittweise verwandeln sich die Parkdecks in eine Dschungelumgebung mit Wasserfall und wilden Tieren. An sich eine originelle Idee für ein Endzeit-Szenario, das vom Autor durchschnittlich spannend erzählt wird. Die Umsetzung ist kein Knaller, lässt sich aber flüssig lesen und sorgt - von kleinen Patzern abgesehen - auf den ersten hundert Seiten für die richtige Atmosphäre beim Lesen.

    Leider entfernt sich die Story im weiteren Verlauf immer mehr von besagter Atmosphäre. Stattdessen wird Brutalität und Perversion freier Lauf gelassen. In gewisser Weise fühlte ich mich beim Lesen an "Die Gaia-Hypothese" von Maxime Chattam erinnert, der seinen gelungenen Romanbeginn ebenfalls einer Gewaltorgie opfert, die mich als Leser ungläubig bis verstört zurückgelassen hat. Schade, dass offenbar auch "Die Verdammten" letztlich nur eine Ansammlung von Vergewaltigungen, Sex mit Leichenteilen, Fäkalorgien und Erbrochenem ist.

    Die rätselhafte Naturkatastrophe vom Klappentext verkommt völlig zur Nebensache, während der Autor die Seiten so dick mit seinen Fäkalfantasien beschmiert, dass man die Sch... förmlich riechen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass für die handelnden Personen ihr völlig absurdes Verhalten offenbar ebenso normal ist wie für den Autor. * Achtung Spoiler* So genießt! eine Frau das Gefühl des BH-Stoffs an ihren Brustwarzen, deren Tochter gerade neben ihr in Stücke gehackt und vergewaltigt wurde (sowohl im Ganzen als auch in Teilen). *** Offenbar ist es das Talent des Autors, mit möglichst viel Brutalität und Ekel zu provozieren. Ich räume ein, das kann er. Ich hatte allerdings auf eine spannende Endzeit-Geschichte gehofft und wurde maßlos enttäuscht.

    Fazit: Hätte der Klappentext auch nur im Ansatz erahnen lassen, was da auf mich zukommt, hätte ich die Finger von dem Buch gelassen. Die erste der drei Storys habe ich gelesen, den Rest erspare ich mir.

    lg
    albert
    (der nicht glauben kann, was er da gekauft hat...)

  • Buchrezension: Apokalypse Z von Manel Loureiro

    Servus liebe Leseratten,

    eigentlich wollte ich mir einen spannenden Zombieroman genehmigen, aber letztlich ist das Ganze dann doch etwas für Klamaukfreunde und Katzenliebhaber geworden: Garfield und sein Anwalt beim Zombie-Picknick.

    Apokalypse Z von Manel Loureiro

    Wer sitzt nicht gern mit seiner Katze im Garten und genießt! die Wintersonne, während Zombiehorden die Nachbarschaft in Stücke reißen? Ganz ehrlich, das klingt doch im ersten Moment nach einem richtig coolen Typen, von dem man gern mehr lesen würde. Nur leider nicht in diesem Buch.

    Zugegeben, die Arbeit der Übersetzerin trägt das Ihre zur Zerstörung der Story bei, aber viel ist dem Autor ohnehin nicht eingefallen. Im Grunde ist das Buch ein Abklatsch bekannter Zombiegeschichten, nur deutlich schlechter. Und damit meine ich nicht die katastrophale Rechtschreibung oder die falschen Zeitangaben zu Beginn der Kapitel. Wirklich störend ist, dass Tempo, Wortwahl und Reihenfolge der Erzählung nicht zusammenpassen. Streckenweise bleibt das Kopfkino dabei völlig auf der Strecke. Die zumeist wortwörtliche Übersetzung nimmt auf Zusammenhänge oder Logik keine Rücksicht. Ein paar Schmankerln:

    "...beschlagnahmte ich ein gutes GPS mit Plotter-Anschluss..."

    So manche Fluchtszene endet in einer "Einbahnstraße", weil die Übersetzerin offenbar nicht weiß, dass Zombies vorrangig in Sackgassen zum Problem werden können.

    Ein gepanzerter Geldtransporter stand "wochenlang mit laufendem Motor und eingeschalteten Lichtern" da, bis endlich auch die Batterie leer war.

    "Aus der Batterie ragte ein Haufen Kabel heraus."

    Fast auf jeder Seite findet sich mindestens ein solcher Schenkelklopfer. In Summe zählt der Text mit zum Dümmsten, was ich je gelesen habe. Erst, nachdem ich mir das bewusst gemacht hatte, konnte ich das Buch weiterlesen und fühlte mich sogar einigermaßen gut unterhalten. Eine Absurdität jagt die nächste, und immer wenn man glaubt, jetzt kann es nicht mehr schlimmer kommen, wird es noch skurriler.

    Aufgebaut als Sammlung von Blogeinträgen, die den Untergang der Zivilisation dokumentieren - bis endlich auch in Spanien das Internet ausfällt - erhält der Leser häppchenweise seine Zombiedosis. Auf den ersten 90 Seiten wird wiederholt, was man aus Kino und Romanen längst kennt. Erstaunlich ist in dem Zusammenhang, dass der Protagonist (ein Versicherungsanwalt) noch nie etwas von Zombies gehört hat, obwohl er pausenlos Filmvergleiche zieht: (Das hier ist die Realität, kein Horrorfilm. Das hier ist härter als jeder Film. Hier funktioniert das nicht, weil das ist real, kein Kino...)

    Sprachlich ist das Buch ein einziger Murks und kommt nicht ansatzweise an gute Zombiestorys wie "Tagebuch der Apokalypse" oder "Return Man" heran. Über die gesamte Länge des Buchs macht der namenlose Protagonist alles "mit letzter Kraft", während ihm bis zu dreimal pro Seite "das Blut in den Adern gefriert". Alles läuft getreu dem Motto ab: Ich bin Anwalt mit Katze und habe einen Zombieroman gelesen. Jetzt schreibe ich meinen eigenen - mit Katze.

    Ging nur leider voll in die Hose :-(

    Fazit: Es ist erschreckend, welch miserables Buch Heyne hier - in jeder Hinsicht - abgeliefert hat. Garfields Gastrolle ist daran noch das Beste. Wer sonst noch nichts aus dem Genre gelesen hat, mag der Story vielleicht etwas abgewinnen können, aber eingefleischte Zombiefans sollten einen Riesenbogen um dieses Buch machen.

    lg
    albert
    (der sich gleich dem nächsten Buch widmet)

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