szmmctag

  • Aber jetzt...

    Servus liebe Leseratten,

    dank des unermüdlichen Einsatzes meiner lieben Versandhelferinnen sind nun endlich alle Päckchen unterwegs. Hermes hat zwar ordentlich getrödelt (+ 1 Woche), letztlich aber doch alle drei Pakete wiedergefunden - wobei ich mich schon frage, wie die bei DER Größe überhaupt verloren gehen konnten... |-|

    Ich möchte mich noch einmal für die zum Teil längeren Wartezeiten entschuldigen. Sobald mir die Druckerei einen Grund für die von ihr verursachte Katastrophe liefert, werde ich ihn nachreichen. Bisher hüllt sie sich leider in Schweigen, was ich angesichts der Höhe des entstandenen Schadens für äußerst bedenklich halte.

    So oder so, die Päckchen sind alle von Hand nachkontrolliert, wieder verschlossen und auf dem Weg zu euch. Ich drücke die Daumen, dass sie rasch bei euch landen.

    lg
    albert
    (der so ein Horrorerlebnis mit Druckerei und Versanddienst kein zweites Mal braucht)

  • Die neue Buchidee aus Österreichs kleinstem Verlag

    Servus liebe Leseratten,

    die vergangenen drei Tage hatten fast schon etwas Meditatives. Nicht unbedingt die Art von Arbeit, für die man einen akademischen Titel braucht, aber es soll mir keiner vorwerfen, dass ich mir für irgendwas zu schade wäre. Außerdem hat Mama mich tatkräftig unterstützt und dafür gesorgt, dass selbst die monotonen Schneide- und Wickelarbeiten nicht langweilig wurden. :>>

    Am Mittwoch war es so weit. Die Bücher sind gelandet. Vorerst nur ein Teil, weil die Druckerei den Liefertermin verbummelt hat. Aber gut, wer so viel zu schleppen hatte, sollte nicht nachtragend sein. (Nein, einen Lift gibt's hier leider nicht.)

    Oben angekommen ging es ans Auspacken. Da freut man sich gleich doppelt, wenn die Transportverpackung der Bücher ganz anders ausgefallen ist als bestellt. Zum Glück ist es Recyclingpapier.

    In Sachen Guerilla-Marketing hab ich mir diesmal erst in buchstäblich letzter Minute etwas einfallen lassen. Der Grund liegt darin, dass ich erst beim Einpacken der Bücher ins Highland-Vlies auf die Idee gekommen bin, den Platz zwischen den beiden Büchern sinnvoll zu nutzen. :idea: Warum kein Sandwich? Buch-Lesezeichen-Buch!

    Ja, das sind Lesezeichen von anderen Büchern. Zum Teil sind sie schon 7 Jahre alt. Aber das stört nicht, denn besser ihr bringt sie unter die Leute, als sie liegen noch 7 Jahre bei mir rum. *hüstel*

    Worum ich euch damit durch die Blume bitten möchte, liebe Leseratten, ist, dass ihr die Lesezeichen an befreundete Leseratten weitergebt, falls ihr die dazupassenden Bücher schon habt - wovon wir bei treuen Stammlesern eigentlich ausgehen müssen.
    Falls aber nicht, bin ich keinesfalls nachtragend, und ihr dürft die fehlenden Exemplare selbstnafreilich umgehend auf meiner Website nachbestellen: www.albert-knorr.com (Versandkostenfrei, versteht sich.) So oder so, erfüllen die Lesezeichen also (hoffentlich) ihren Zweck. ;D

    Doch zurück zum Verpacken der Bücher. Die anderen Zutaten habe ich ja bereits in einem früheren Blogeintrag vorgestellt:

    Jetzt muss das Ganze also nur noch zusammengeführt werden. Und wer könnte das besser, als die beste Mama von allen?

    Moooooooooment! Ich weiß genau, was ihr jetzt denkt: Der lässt seine Mama die Bücher verpacken, während er...

    Genau!
    Signiert!
    Das erste Buch - der erste Doppelband um genau zu sein - geht an Leseratte Fabian. Ein treuer Stammleser der Nachwuchsgeneration, den ich auf der BUCHWIEN im November endlich persönlich kennenlernen werde. Freu mich schon.

    Natürlich hab ich nicht nur signiert.

    Und nie, nieeeeeeeeeeeeeee wieder möchte ich die Frage hören, warum ich so ein großes Auto brauche. In Wahrheit ist es nämlich noch deutlich zu klein. Mhm.

    Also musste ich noch einmal fahren - und noch einmal... weitere Kofferraumfotos habe ich mir aus Zeitgründen gespart.

    Interessanterweise war in der Wohnung immer noch nicht zu merken, dass Bücher fehlen - und ich erinnere noch einmal daran, dass die Druckerei nur eine Teillieferung gebracht hat. Ja, so langsam weiß ich deren Fehler zu schätzen. Himmel, sind das viele...

    Nur der Vollständigkeit halber, aus:

    wurde:

    weil:

    Und ja, ich weiß, dass man die Brombeerheckenspuren an meinen Beinchen (Details nachzulesen im Blogeintrag der Vorwoche) immer noch sieht. Sollten sie bis zur Buchmesse nicht abgeheilt sein, werde ich sie den Besuchern als Kampfspuren früherer Highlandschlachten verkaufen. :>>

    Aber wollen wir mal nicht in Erinnerungen schwelgen, sondern herzeigen, wie hübsch die fertigen Doppelbände am Ende aussehen:

    Fehlt da nicht noch etwas?

    Ihr habt recht! Jetzt sind wir komplett:

    Wobei "komplett" relativ ist, denn das ist gerade einmal ein Viertel der Bücher. Da kommt also noch einiges an Arbeit auf Mama und mich zu. Vom Einkleiden der Leseratten ganz zu schweigen, aber das heben wir uns für November auf. Sind ja noch vier Wochen bis zur Buchmesse.

    Vier Wochen?

    Nur noch VIER Wochen? 8|

    lg
    albert
    (der dringend ein paar tausend Dinge erledigen muss. Nur noch vier Wochen! AHHHHH!)

  • Vorbereitungen für die Buchanlieferung

    Servus liebe Leseratten,

    den gestrigen Tag habe ich mit Aufräumen in einem meiner Buchlager verbracht (mittlerweile habe ich 6 davon). Es ist schon unglaublich, was sich da im Lauf der Jahre so angesammelt hat. Weil aber am Mittwoch die neuen Bücher kommen (1000 SSA und 1000 SSV), brauch ich Platz.

    Da ich von Mummy Island schon weiß, was verpackungstechnisch auf mich zukommt, habe ich diesmal noch früher damit begonnen, alles vorzubereiten. Schließlich will ich meine treuen Leseratten keine Minute länger warten lassen als unbedingt notwendig. Sobald die Bücher eintreffen, geht es los mit Signieren und Verpacken.

    An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an die Vorbesteller! Ihr wisst gar nicht, wie viel Zeit und Nerven ihr mir durch eure rasche Bestellung und Zahlung spart. So geht das Ganze gleich beim Eintreffen der Bücher in einem Rutsch. :yes:

    Wer mehr als ein Doppelpack bestellt hat, hat sich auch noch die Deluxe-Tartan-Verpackung für seine Bücher gesichert. (Ist leider versandtechnisch nicht anders machbar.) Es gibt die Banderole übrigens in vier coolen Designs (siehe Bild). Und weil auch schon die Frage kam:
    Kann ich mir das Design aussuchen?
    Ihr nicht, ich schon. :>>

    Morgen werde ich mich dann um Kuverts und Etiketten kümmern. Viele von euch wissen ja bereits, dass ich besonderen Wert auf ökologische Verpackung lege - ich kann es aber gar nicht oft genug betonen. Die Kuverts, die beim Versand zum Einsatz kommen, sind allesamt wiederverwendet. Danke an die Buchhändler, die ihre gebrauchten Kartonkuverts für mich sammeln. :wave: Ihr seht also, man kann auch als kleinster Verlag Österreichs zum Vorreiter in Sachen Umweltschutz werden. :yes:

    lg
    albert
    (der sich mental auf den Buchansturm vorbereitet)

  • Reifen platt - gute Fahrt

    Servus liebe Leseratten,

    wie die meisten meiner treuen Stammleser wissen, probiere ich originelle Lösungen gern selbst aus, bevor die Figuren in meinen Büchern euch weismachen, dass die Dinge tatsächlich so klappen.

    Eine Idee spukt mir schon länger im Kopf rum, aber bisher fehlte mir (zum Glück) die Gelegenheit, sie auch mal in der Praxis zu testen. Gestern war es dann soweit:

    Fantastischerweise ist diese Reifenpanne exakt zur Hälfte meiner Radtour beim Stopp neben meiner Lieblingsholzbank im Wienerwald aufgetreten. (Merke, du sollst keine Halbzeitpausen machen!)

    Ja, natürlich weiß ich, dass der Radprofi immer eine kleine Werkzeugtasche samt Luftpumpe und Ersatzschlauch wenn nicht sogar Klebezeug und ÖAMTC oder ADAC-Panik-Taster dabei hat. Hab ich aber nicht - nichts davon.

    Was ich allerdings hatte, war ein (durchgeschwitztes) T-Shirt. :>>
    Um es in Schlauchform zu bringen, musste ich es zunächst "auftrennen". Anschließend konnte ich es verdrehen (schafft Stabilität) und in den Mantel stopfen.

    Just in dem Moment (es dämmerte schon) kam ein älteres Ehepaar vorbei. 88| Sie waren sichtlich überrascht vom Anblick. Ich hab mich von ihren Fragen nicht stören lassen, ihnen aber brav geantwortet. Letztlich meinte er: "Gute Idee. So können Sie es zumindest bis nach Hause schieben, ohne die Felge zu beschädigen."

    Sehe ich aus, als wollte ich mein Rad schieben? :crazy:

    Ich weiß nicht, ob das schon einmal jemand vor mir ausprobiert hat, aber es klappt tatsächlich völlig ohne Werkzeug. Das Rad muss dafür nicht einmal ausgebaut werden! Einzige knifflige Situation war, den Mantel dann das letzte Stück auf die Felge zu quetschen. Dafür reichte die Kraft meiner Finger nicht aus. Was tun? Werkzeug im Wald - kannst du vergessen. Aber ich hatte meinen Schlüsselbund mit: zu klein... zu klein... viel zu klein ... vielleicht... DER sieht doch gut aus! Der Schlüssel von Papas Haustür hat zwar jetzt eine leichte Linkskrümmung, wird aber hoffentlich trotzdem noch passen. ;D

    Glaubt es oder nicht, ich konnte den extrem steinigen Waldweg bis nach Hause fahren - auf meinem zerrissenen T-Shirt. Zugegeben, es war nicht ganz so bequem wie sonst, aber als Notlösung allemal akzeptabel. Das letzte Stück auf dem Asphalt konnte ich sogar richtig Tempo machen. Viel wichtiger war aber, dass ich nicht schieben musste - UND! dass ich die Felge beim Fahren über die Steine nicht beschädigt habe.

    Fazit: Hat super geklappt und würde mit einem kleinen Tuning auch auf längeren Touren funktionieren. Davon lest ihr dann vielleicht in einem meiner nächsten Bücher. ;D

    lg
    albert
    (der es gut nach Hause geschafft hat)

  • Buchrezension: Bedrohung von Simon Kernick

    Servus liebe Leseratten,

    wer sich gern schnell und flüssig unterhalten lässt, für den habe ich vielleicht den passenden Buchtipp:

    Bedrohung von Simon Kernick

    "Bedrohung" ist ein durchschnittlich spannender Krimi, den man sich verfilmt im Hauptabendprogramm auf VOX oder Kabel 1 vorstellen kann: viele Explosionen, wenig Zeit zum Nachdenken und eine aufgewärmte Romanze - oder zwei.

    Im Vordergrund der Geschichte steht eine Anschlagsserie in London, die von den Detectives Bolt und Boyd aufgeklärt werden soll. Fast die gesamte Handlung findet innerhalb von 12 Stunden statt - exakt die Zeit, die der Polizei von den unbekannten Terroristen eingeräumt wurde. Die Story selbst ist flüssig erzählt, darf aber zu keiner Zeit hinterfragt werden. So meint der ermittelnde Detective Bolt zunächst: "...selbst wenn es ihm gelänge, Cain... zu identifizieren, brachte ihn das nicht wirklich weiter", um ( zwei Seiten später) im selben Gespräch zu sagen: "Das Wichtigste ist, Cain zu identifizieren." Wenn das kein überzeugender Grund ist, einen alten Freund in den sicheren Tod zu schicken.

    Mir ist auch nicht klar, wozu man "Ohren wie ein Falke" braucht, oder wieso die Gangster einen "Volvo C60" fahren, den man nicht kaufen kann, weil er (bis heute) nicht gebaut wurde. Kampfszenen gibt es haufenweise, aber auch hier sollte man schnell weiterlesen und nicht zu lange nachdenken. Besonders erwähnenswert ist das Gemetzel zwischen zwei 2 Popelgangstern und 12 Jungs einer Polizeieskorte. Lektorat und Übersetzung sind durchschnittlich und passen damit gut zur Story.

    Fazit: Wer eine leicht zu lesende, schnelle Story sucht, könnte mit diesem Buch viel Freude haben. Wer hingegen auf das Vorwort reinfällt und sich einen smarten Thriller mit guter Recherche und Insiderwissen (Terrorbekämpfung, Spezialeinheiten der britischen Polizei etc.) erhofft, erwartet von diesem Ballabumm-Krachkawumm-Spektakel à la RTL-Autobahnpolizei leider deutlich zu viel.

    lg
    albert
    (dem die Story zu seicht war)

  • Schmerzen wie damals

    Servus liebe Leseratten,

    diesen Eintrag widme ich all jenen, die bei schönstem Wetter gemütlich in ihren Büros sitzen mussten, während ich den schmerzlichen Erinnerungen meiner Jugend gefolgt bin.

    Es muss ungefähr 26 Jahre her sein, da habe ich nach einer wirklich umfassenden Fahrradtour (auf der Couch liegend) meinen ganz persönlichen Text zu Cats' "Memory" gewinselt: "Schmeeer-zen - ich hab überall Schmeeeer-zen..."

    Man sagt ja, dass Erinnerungen (selbst die schlimmen) mit der Zeit verblassen. Damit das nicht passiert, habe ich mich gestern aufgemacht, meine Tat von damals zu wiederholen: Mit dem Fahrrad - ohne Wasser - einmal um den Lainzer Tiergarten. Und ich meine nicht den lustigen Rad-Wanderweg der Stadt Wien, ich meine die Hardcore-Tour direkt an der Außenmauer entlang - die vollen 33km - so dicht wie möglich an der Mauer.

    Tja, was soll ich sagen, die Jahre sind spurlos an mir vorübergegangen.

    Am Weg übrigens nicht, der ist mittlerweile nämlich von lustigen Brombeersträuchern überwuchert. Scheinbar ist es heute nicht mehr so angesagt wie damals, den Tiergarten zu umrunden.

    Zum Glück hatte ich eine kurze Hose an, da konnten mir die Brombeerranken mit ihren dolchscharfen Dornen nicht die Hosenbeine zerreißen.

    Ich habe zwar keine Ahnung, wie viele Höhenkilometer ich auf der Strecke absolvieren musste, aber eines muss man der Natur lassen: Nach jedem qualvollen Anstieg gab es auch eine nette Aussicht (die ich nutzen konnte, um meinen Puls wieder zurück in den dreistelligen Bereich zu bekommen).

    Es mag auf den Fotos nicht so rüberkommen, aber das waren zum Teil Steigungen, für die ist andernorts Kletterausrüstung vorgeschrieben. Da war ich echt froh über jedes Stück Ebene.

    Und dazwischen immer wieder ein schöner Ausblick:

    Natürlich geht es auch immer wieder mal bergab, allerdings habe ich aus (mir unverständlichen Gründen) selten das Bedürfnis verspürt, an jenen Stellen zu halten. So gibt's vorrangig nur Bergauffotos.

    Außerdem ging es mitunter so steil bergab, dass die Steigung - laut Ansicht der Gemeinde Wien - nur mit einer Treppe zu bewältigen war. (Da ist man als Fahrradfahrer dann besonders dankbar.) Wer bei diesem Foto an die Chinesische Mauer denkt, liegt gar nicht so falsch.

    Ist euch eigentlich auch aufgefallen, wie viel es in den letzten Tagen geregnet hat? Man verdrängt sowas, sobald mal ein paar Stunden die Sonne scheint, aber wenn man dann in ein nordseitiges Mauertal kommt...

    Definitiv neu im Vergleich zur Erstumrundung vor 26 Jahren ist die Nähe zur Westautobahn:

    Es sieht auf den ersten Blick verlockend aus, sich parallel zur Autobahn im saftigen Grün zu bewegen, aber das schied aus zwei Gründen aus. Erstens war die Wiese extrem sumpfig, und zweitens wollte ich um nichts auf der Welt zum Inhalt der Verkehrsnachrichten werden: Achtung Autofahrer! Auf der Westautobahn irrt im Bereich Auhof ein offensichtlich verwirrter Radfahrer...

    Außerdem - wir erinnern uns - wollte ich möglichst dicht an der Mauer bleiben. Und dort sah es so aus:

    Nicht, dass jetzt einer denkt, ich hätte da nur lustig ein Foto gemacht, und wäre den Rest des Weges auf der Autobahn gefahren. Nein, ich habe mich tatsächlich Meter für Meter durchs Gestrüpp gekämpft. Dabei habe ich übrigens immer an die Elche in Schweden denken müssen, die mit ihren Geweihen ähnlich schlecht vorankommen wie ich mit dem Fahrrad.

    Ich glaube, wir können ausschließen, dass sich jemals ein Mitarbeiter der Stadt Wien hierher verirrt, um den Zustand der Tiergartenmauer zu überprüfen. Umso wichtiger erscheint es mir, auf ein paar Schwachstellen im Altbestand hinzuweisen:

    Sollen euch die Fotos verwackelt vorkommen, so könnte das auch am Nachlassen meiner Kräfte liegen (= Zittern), denn diese Aufnahme markiert quasi die Halbzeit meiner Tour.

    Manch einer mag sich beim nächsten Bild denken: O mein Gott, wie schlimm kann es noch werden! Aber aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass so ein wenig Abwechslung nach zwei Stunden Unterholzkampf nicht wirklich stört.

    Auf der anderen Seite der Böschung begann dann auch schon die nächste Sumpfzone. Bei dieser Gelegenheit musste ich auch lernen, dass Brombeerhecken im Sumpfgebiet stärker sind als mein T-Shirt (dazu gibt es dann später noch ein Foto).

    Irgendwo hier hat das Gebüsch auch meine Fahrradlampe gefressen. Ich habe diesen Moment der emotionalen Schwäche genutzt, um schreiend aus dem Unterholz zu brechen und festgestellt, dass dieser Ort eine schlechte Aura haben muss. Verglichen mit dem, was anderen hier passiert sein dürfte (und ich meine jetzt nicht die zahlreichen alten Schuhe im Gebüsch)...

    Etwa eine halbe Stunde später entdeckte ich das persönliche Highlight meiner Tour: dieses Plakat:

    Ich meine, man muss sich das vorstellen. Da gibt es 1,7 Millionen Gehirne in dieser Stadt, und nur ein einziges kommt auf die Idee, diese sensationelle Umrundung zu machen - eigentlich ein Armutszeugnis für die Gehirne dieser Stadt.

    Irgendwann war dann der Punkt erreicht, an dem jeder zusätzliche Meter eine weitere Stunde gekostet hätte - ungefähr hier:

    In diesem Moment lohnte es sich doppelt, dass ich mir gern die Survival-Sendungen von Bear Grylls und Cody Lundin ansehe. Von diesen Überlebensexperten weiß ich nämlich, dass man sich in solchen Situationen erstmal einen Überblick verschaffen muss:

    Mein Fahrrad wirkte noch etwas unentschlossen und nicht ganz so überzeugt von der Idee... Also habe ich damit gedroht, auf der Mauer weiterzugehen und es im Busch zurückzulassen.

    Duuuuuu... Ich geh allein weiter! (Den Trick hab ich aus alten Western, wenn die Cowboys ihre Pferde zu Höchstleistungen antreiben.)

    Hat keine Minute gedauert, und es ist mir gefolgt. :>>

    Erinnert ihr euch noch an das Schild mit den 1,7 Mio. Gehirnen? Wie lange mag das jetzt her sein? fragte ich mich just zu dem Zeitpunkt, als ich endlich aus dem Dickicht brach und mir einen Überblick verschaffen konnte.

    Körperlich war ich an dieser Stelle schon einigermaßen gezeichnet. Ich meine, es kommt auf jeder besseren Tour irgendwann der Punkt, an dem Körper und Geist sich aufspalten. Körper links - Geist rechts, oder Körper unten - Geist oben. Ab diesem Moment ist es einem quasi egal, dass ein Stück der rechten Wade noch immer in der Brombeerhecke hängt, die man vor gefühlten 6 Wochen durchquert hat.

    Als ich mein Fahrrad dann endlich wieder als solches benutzen konnte, staunte ich nicht schlecht. Da war eine rieeeeeeeeeesige Halle - voll mit weißem Zeug! Zuerst dachte ich, ich bin zu weit nördlich gekommen. Der zweite Gedanke war Quatsch! Hier lagern sie den Schnee für den Winter ein.

    Nachdem ich mir sicher war, wieder auf dem richtigen Weg zu sein, kam ich an richtig schönen Plätzen vorbei:

    Aber auch hier lauerte der sichere Tod an jeder Ecke:

    Für mich begann das lange Sterben mit diesem unscheinbaren Waldweg. Noch kann man die Steigung nicht erahnen.

    Ich gebe zu, auf diesem Foto sieht der Anstieg schon fast lächerlich harmlos aus.

    Zu meiner Verteidigung sei aber gesagt, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon massiv unter Flüssigkeitsmangel gelitten habe. Ich bin alle zehn Meter stehengeblieben (offiziell nur, um ein Foto zu machen). Interessanterweise habe ich aber von den nächsten zwei Stunden nur ein einziges!!! Foto auf meinem Handy gefunden. Ich muss entweder an Wahnvorstellungen gelitten haben, oder mein Finger war zu schwach für den Auslöser. :crazy: Dieses Rätsel wird mich wohl noch länger begleiten.

    Das nächste Foto (das ich tatsächlich habe) zeigt schon die Rückseite des Felsmassivs - es geht bergab!

    Und wieder ein schöner Aussichtspunkt. Diesmal schon mit Blick auf die Heimat (die Häuser links im Bild):

    Körperlich war ich längst am Ende, aber für ein erschöpftes Siegerlächeln hat es noch irgendwie gereicht:

    Blöderweise war das reichlich verfrüht, denn wie sich herausgestellt hat, war ich noch gar nicht so weit, wie ich dachte.

    Es ging also zurück in den Wald, vorbei an... was auch immer!!!

    Immer brav an der Mauer entlang.

    ...durch Wälder

    ... über Wiesen

    ... und Felder

    Wälder hatten wir schon - oder?

    Als ich es dann doch noch nach Hause geschafft hatte, reichte die Energie nicht mehr aus für ein Siegerlächeln. Ich habe aber (nur, weil ich es oben im Text versprochen habe), nicht auf mein zerstörtes T-Shirt vergessen. Danke Brombeerhecke, danke Gatsch, danke Natur!

    Ich kann nicht behaupten, dass es riesigen Spaß gemacht hätte, aber diese Tour hat definitiv mein Bewusstsein erweitert. Und glaubt es oder nicht - ich habe Schmerzen wie damals!

    lg
    albert
    (der schon ziemlich genau weiß, was er in 26 Jahren machen wird)

  • Buchrezension: Das Camp von Nick Cutter

    Servus liebe Lesratten,

    wer seinem Leben etwas Horror gönnen möchte, für den habe ich vielleicht das passende Buch gefunden...

    Das Camp von Nick Cutter

    Eine kleine Pfadfindergruppe ist mit ihrem Leiter auf einer Insel, um eine Prüfung abzulegen. In der Nacht taucht ein abgemagerter Fremder auf, dessen Hunger seinesgleichen sucht. Rasch wird klar, dass der Mann ein ernsthaftes Gesundheitsproblem hat, und damit soll er nicht der Einzige bleiben. Verkürzt gesagt: Wem der Magen knurrt, der hat auf dieser Insel ein echtes Problem.

    Im Vorwort des Buchs wird erwähnt, dass Nick Cutter das Pseudonym eines preisgekrönten Kurzgeschichtenautors sein soll. Man merkt, dass es nicht seine erste Geschichte ist, und das ist durchaus als Kompliment gemeint. Ein wenig irritiert hat mich der Aufbau seiner Story, die immer wieder durch Zeitungsmeldungen, Verhörprotokolle und ähnliches unterbrochen bzw. ergänzt wird. Im Nachwort ist zu lesen, dass er dieses Stilmittel bei Stephen King "geklaut" hat. Ich will nicht behaupten, dass diese Einschübe das Buch besser machen, aber sie sind zumindest originell und stören nicht. Was die Schilderungen der Grausamkeiten betrifft, hätte gern ein wenig mehr der Leserfantasie überlassen werden können. Noch mehr Details würde ich meinem Magen nicht zumuten wollen. Aber das ist selbstverständlich reine Geschmacksfrage.

    Sprachlich hat mich die Story positiv überrascht, und stellenweise hatte sie für einen Horror-Thriller sogar richtig Tiefgang. Vor allem die Beziehungen der Jugendlichen zueinander bzw. deren Veränderungen (das Hervorbrechen guter und böser Eigenschaften durch die Extremsituation) werden anschaulich beschrieben. Besonders gefallen hat mir, dass der Autor eine (teil-)wissenschaftliche Erklärung für das Grauen auf der Insel angedacht hat.

    Fazit: Verglichen mit so manchem Mist, den ich von reinen Horror-Verlagen gekauft habe, verdient "Das Camp" durchaus eine Empfehlung. Man sollte allerdings einen starken Magen mit auf die Insel bringen - und keinesfalls Hunger.

    lg
    albert
    (der sich dem nächsten Buch auf dem Stapel widmen wird)

  • Buchrezension: Meeresdonner von Justin Scott

    Servus liebe Leseratten,

    wieder habe ich Zeit gefunden, einen Isaac-Bell-Roman zu lesen, aber leider kommt er nicht mehr in die (aufregende) Nähe der früheren Bücher.

    Meeresdonner von Justin Scott

    Vielleicht liegt es daran, dass ich bisher alle Bücher aus der Isaac-Bell-Reihe gelesen habe, aber umgehauen hat mich „Meeresdonner“ nicht. Im Grunde ist es nur ein Abklatsch der bisherigen Geschichten rund um den legendären Detektiv der Van-Dorn-Detektei. Alles folgt weitgehend demselben Schema wie die Vorgängerromane: Ein paar wichtige Agenten werden verletzt, unwichtige sterben, der geheimnisvolle Bösewicht schlüpft von einer Scheinidentität in die nächste, und am Ende liegen Isaac und Marion einander glücklich in den Armen.

    Einziger erwähnenswerter Unterschied zu den bisherigen Geschichten ist, dass diesmal die Filmbranche (Anfänge des Tonfilms) im Vordergrund steht. Auch in Meeresdonner gibt es wieder eine Menge historischer Details, die aber insgesamt nicht so stimmig eingestreut werden wie in den früheren Büchern. Während Isaac Bell versucht, einen Professor und dessen geheime Erfindung zu schützen, setzt das Deutsche Kaiserreich alles daran, diese Erfindung nach Deutschland zu holen.

    Fazit: Leider ist die Luft aus Isaac Bell raus. Die Story ist durchschnittlich, die Übersetzung auch. Bleibt zu hoffen, dass der Autor beim nächsten Band mehr Mut für Neues beweist und nicht noch einen Aufguss nach altem Rezept wagt. Mein Tipp für Neuleser: Lieber einen der früheren Romane von Justin Scott lesen. Die waren wirklich gut.

    lg
    albert
    (der sich eine neue Story wünscht)

  • Vorbereitungen für die neuen Buchverpackungen

    Servus liebe Leseratten,

    da schaut man kurz mal auf den Kalender und stellt fest, dass es ja schon wieder Herbst ist. Zeit, das neue Buch in den Geburtskanal zu lenken. Was mich ganz besonders freut, ist die Tatsache, dass es Zwillinge werden (zweieiige). Eine so packende Story über erneuerbare Energien und Elektroautos lässt sich eben nicht auf lächerlichen 500 Seiten erzählen. :>>

    Noch ist es zwar zu früh für Glückwunschkarten zum Nachwuchs, aber die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

    Nach der super ökologischen Knallerverpackung von MUMMY ISLAND muss ich mir natürlich besonders viel Mühe geben, dass der neue Doppelband SACER SANGUIS AMPERE und SACER SANGUIS VOLTAGE nicht als optischer Rückschritt empfunden wird. Ihr könnt mir glauben, dass ich jede Menge Zeit, Kreativität und natürlich auch Geld in eine gelungene Präsentation und Verpackung investiere.

    Um euch einen kurzen Einblick zu geben: Das ist der "Schnittcomputer", den ich entworfen und auch selbst gezimmert habe, um die benötigten Buchverpackungen in ausreichender Menge (und vertretbarer Zeit) herstellen zu können:

    Die Stoffballen, die auf der einen Seite verarbeitet werden, kommen auf der anderen Seite als handliche Stücke wieder heraus:

    Um euch noch eine Vorstellung davon zu geben, wie viel Vorarbeit ich in die Verpackung stecke, erinnere ich daran, dass ich 1,93cm groß bin. ;D

    lg
    albert
    (der mit SSA und SSV einen weiteren Meilenstein in Sachen ökologischer Buchverpackung setzen wird)

  • 15000

    Servus liebe Leseratten,

    am Freitag habe ich Buch Nummer 15000 verkauft. :yes:

    Ich hätte gern schon früher berichtet, aber Viktor war so nett, das Ereignis für euch zu filmen (für den Schnitt war erst übers Wochenende Zeit).

    Jetzt aber seid ihr quasi live dabei, wenn Buch Nummer 15.000 den Besitzer wechselt. Mich freut es natürlich besonders, dass ausgerechnet eine Leseanfängerin... aber seht selbst: :>>

    HIER KLICKEN - ZUM VIDEO

    lg
    albert
    (der sich sehr über diesen Meilenstein freut)

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